Zinsen

Im Gegensatz zu klassischen Sparanlagen und Festanlagen wird das auf Girokonten befindliche Guthaben meist nicht verzinst. Der Grund dafür liegt darin, dass die jeweilige Bank bzw. Sparkasse diese Gelder nur sehr begrenzt dazu nutzen darf, ihrerseits Erträge zu generieren. Denn dadurch, dass es sich bei Kapital auf Girokonten um sogenannte Sichteinlagen handelt, sind entsprechend hohe Rücklagen bei der Zentralbank zu hinterlegen. Auch die Tatsache, dass die Führung eines Girokontos nicht unerhebliche Betriebskosten verursacht, trägt dazu bei, dass Girokontoguthaben in aller Regel nicht verzinst wird.

Unter dem innerhalb der letzten Jahrzehnte gestiegenen Konkurrenzkampf der Kreditinstitute bieten einige Banken allerdings kostenlose Girokonten an, deren Guthaben sogar verzinst wird. Zwar ist deren Zinssatz und damit auch der mögliche Zinsertrag oftmals relativ überschaubar. Dennoch ist ein verzinstes Girokonto eine durchaus attraktive Alternative zu klassischen Girokontomodellen, die gegebenenfalls sogar gebührenpflichtig sind. Hat man als Kontoinhaber die Möglichkeit, statt einem kostenpflichtigen Konto ein kostenloses Girokonto mit Guthabenverzinsung zu nutzen, ist der finanzielle Unterschied insgesamt betrachtet oft erheblich.

Trotz ihres meist nur relativ geringen Volumens sind auch für Giroguthaben gezahlte Zinserträge steuerpflichtig. So wird demnach auch dafür grundsätzlich Abgeltungssteuer berechnet, deren Umfang sich auf 25 % des Ertrages beläuft. Hinzu kommt der sogenannte Solidaritätszuschlag in Höhe von immerhin 5,5 % auf die berechnete Abgeltungssteuer. Dadurch, dass seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahre 2009 keinerlei Bagatellgrenzen für geringe Zinserträge mehr existieren, sollte also immer ein entsprechender Freistellungsauftrag gestellt werden, der dem Kontoinhaber bis zu gewissen Grenzen steuerfreie Erträge ermöglicht. In der Praxis wird dieser Auftrag häufig vergessen, wenn es „nur“ um Zinseinnahmen aus Giroguthaben geht.

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