Kapitalertragsteuer

In Deutschland steuerpflichtige Bürger müssen ihre Kapitalerträge versteuern. Allein 801 Euro (Alleinstehende) bzw. 1602 Euro (zusammen veranlagte Ehegatten) dürfen per sogenannten „Freistellungsauftrag für Kapitalerträge“ freigestellt werden und bleiben damit unversteuert. Darüber hinausgehende Erträge sind grundsätzlich in unbegrenzter Höhe steuerpflichtig.

Erwirtschaften Sparer bzw. Anleger Kapitalzuwächse, ist seit 2009 egal, ob es sich dabei um Zinserträge oder Kursgewinne handelt. Allein Kursgewinne, die aus vor 2009 getätigten Anlagen resultieren, bleiben außen vor. Auch mit welcher Art Geldanlage Zinsen erzielt wurden, spielt keine Rolle. So sind zum Beispiel Zinserträge aus Festanlagen genauso steuerpflichtig wie Erträge auf Tagesgeld- oder Girokonten.

Gehen die Erträge über die Höhe des gestellten Freistellungsauftrags hinaus (max. 801 Euro bzw. 1602 Euro), wird auf den übersteigenden Anteil die sogenannte Abgeltungssteuer berechnet. Deren Höhe liegt bei pauschal 25 %. Hinzu kommt der immer noch existierende Solidaritätszuschlag, der mit 5,5 % der berechneten Abgeltungssteuer zu Buche schlägt. Der effektive Steuersatz für den Betroffenen beläuft sich demnach letztlich auf insgesamt knapp 26,4 %. Für Steuerpflichtige, die einer Religionsgemeinschaft angehören, erhöht sich der Abzug um den jeweils gültigen individuellen Kirchensteuersatz.

Folgendes Rechenbeispiel soll die Funktionsweise der Besteuerung nochmals übersichtlich erläutern:

Ein Privatanleger hat im vergangenen Steuerjahr Zinserträge in Höhe von 1090 Euro und Kursgewinne in Höhe von 560 Euro erwirtschaftet. Er ist nicht verheiratet und somit steuerlich allein veranlagt. Der höchstmögliche Freistellungsauftrag wurde gegenüber der Bank gestellt und wird somit vollständig berücksichtigt. Eine Kirchsteuerpflicht besteht nicht.

1090 Euro Zinserträge
+ 560 Euro Kursgewinne
= 1650 Euro Kapitalerträge

1650 Euro
– 801 Euro Freibetrag
= 849 Euro steuerpflichtiger Kapitalertrag

Ermittlung der Abgeltungssteuer:
849 Euro x 25 % = 212,25 Euro

Ermittlung des Solidaritätszuschlags:
212,25 Euro x 5,5 % = 11,74 Euro

gesamt er Steuerabzug:
212,25 Euro + 11,74 Euro = 223,99 Euro

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