Post-ident-Verfahren

Banken und Sparkassen sind unter anderem aufgrund des Geldwäschegesetzes dazu verpflichtet, die Identität ihrer Kunden festzuhalten, wenn diese einen bestimmten Vorgang veranlassen. So ist es beispielsweise im Rahmen einer Kontoeröffnung oder Einrichtung einer Vollmacht vorgesehen, dass sich alle beteiligten Kunden entsprechend ausweisen. Handelt es sich beim Kreditinstitut um eine Filialbank, ist dies meist recht unkompliziert, da betroffene Kunden häufig persönlich vorsprechen. Anders bei Direktbanken. Da diese über keine eigenen Filialen verfügen aber sich dennoch an gesetzliche Vorgaben halten müssen, greifen diese sobald nötig auf einen „Umweg“ zurück – das sogenannte Post-ident-Verfahren.

Das Post-ident-Verfahren ermöglicht es Kreditinstituten, ihren Kunden zweifelsfrei zu identifizieren, ohne dass dieser dafür vor Ort ist. Dabei bedient sich das jeweilige Institut einer beliebigen Postfiliale, in der ein zuständiger Mitarbeiter eine entsprechende Identifikation des Betroffenen vornimmt. Bei diesem Vorgang ist die persönliche Anwesenheit des Kunden zwingende Voraussetzung. Der Mitarbeiter bestätigt, dass sich der Betroffene persönlich ausgewiesen hat. Diese Identifikation erfüllt dabei alle Vorgaben des Geldwäschegesetzes, welche die jeweilige Bank bzw. Sparkasse letztlich einhalten muss. Kreditinstitute greifen dabei im Regelfall auf das sogenannte „Postident Basic“ zurück, was das preisgünstigste Verfahren zur Identifizierung darstellt und dennoch den Ansprüchen des Geldwäschegesetzes genügt. Aufgrund der Tatsache, dass der per Post-ident-Verfahren identifizierte Kunde eines Kreditinstitutes dort nicht persönlich erscheint, spricht man bei diesem Verfahren auch von einer sogenannten unpersönlichen Legitimationsprüfung.

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